Tupfenjeans für den inneren Chemie Nerd

07:30 Marie 4 Comments

Weiter geht's mit dem fröhlichen Recyceln alter Projekte… Die Hose lebt jetzt in diesem Zustand seit einem guten Jahr bei mir…

Aber schon davor wollte das Panni Pünktchen in mir so eine Jeans… Auf genügend Blogs hatte ich schon DIY Versionen gesehen und irgendwann gab es auch welche bei H&M und Co…
Aber so gern ich Pünktchen mag… Der Blogger/Hipster wollte lieber Hexagone, und der Chemiker halt Benzolringe. 
(Meine Liebe zu Strukturformeln wurde mir echt erfolgreich antrainiert… Auswendiglernen von hunderten Strukturformeln mag sich nicht ganz sinnvoll anhören, aber irgendwann findet man Gefallen… Und damit meine ich jetzt nicht das Pauken von diesen polyatomaren Molekülen wie H2… Ok, haha, Chemikerwitz. Ok, schlechter Chemikerwitz…
Naja... ab und an ertappe ich mich wirklich, wie ich mich frage, wie wohl die Strukturformel zu diesem oder jenen mir unbekannten Wirkstoff aussieht. An der Stelle würden wir Pharmas uns ansehen und sagen "Wir sind auch völlig durch, oder?!" Ist bestimmt nur 'ne Phase… Das geht schon vorbei...)
Man kann es zwar kaum erkennen, aber die Punkte sind eben nicht ganz rund. Ist eher so mein persönlicher Scherz, dass es kleine Möchtegern-Sechsecke sind…

Nach Vollendung der Jeans war ich mir irgendwie ob des Ergebnisses nicht so sicher. Also verschwand sie für einige Monate im Schrank. Irgendwann hatte ich Freunde zu Besuch und dachte mir, prima Gelegenheit um die Lächerlichkeit der Hose mal anzutesten. Freudigerweise fiel sie meiner Freundin, auf deren Urteil ich es abgesehen hatte, positiv auf, ohne dass ich nachgefragt hätte… Und seitdem trage ich sie eigentlich ganz gern :)

Bevor ich diese Hose bestempelt habe, hatte ich mich schon einmal mit suboptimalem Erfolg an einem anderen Exemplar versucht.
Mehr "What the...?!" Momente gibt es eigentlich kaum, wenn ich jetzt so die Fail-Bilder betrachte…
Zu eurem Amüsement und zur Warnung, wie dämlich man sich anstellen kann  also diesmal mit Do und OhGodPleaseDon't! Teil.
Zeitlich sollte man so circa 2 Stunden einplanen. Abhängig vom eigenen Tempo müsste man vielleicht zwischendurch eine Pause zum Trocknen einlegen...

Man braucht:

Jeans (ach was?!)
künstlichen Weinkorken
(Taschen)Messer
Stoffmalfarbe, Pinsel, 
evtl. Schmierblatt, Stift & Lineal
glatte "Palette" aka Alufolie
Augenmaß!
Bügeleisen

Stempel in gewünschter Form zuschneiden. Für diese kleinen, geometrischen Formen sind Markierungen sinnvoll, da kleine Abweichungen sofort bestraft werden.
Für mich hat es sich bewährt, den Stempel mit dem Pinsel hin und wieder zu bestreichen und anschließend auf der Alufolie zu stempeln, um die Farbe gleichmäßig zu verteilen.
Ich habe aber auch schon Vorschläge im Internet gesehen, die ein Schwammtuch mit Farbe getränkt als Stempelkissen verwendet haben. Einfach austesten, was einem am besten passt.
Dann einfach fröhlich drauf losstempeln. Um die richtige Farbmenge und Stempelhandhabung zu testen, macht sich der innenliegende Hosenbund ganz gut.
Ich empfehle, den Punktabstand auf einem Schmierblatt mit einem Stift auszuprobieren… der Abstand sollte lieber größer gewählt werden, um a) schneller fertig zu werden und b) die schmaler zulaufende Form der Beine auszugleichen (siehe fail weiter unten)
Ich habe am Beinsaum mit einem Abstand von circa 6 cm angefangen und mich dann nach oben, Reihe für Reihe hochgearbeitet. Bis zum Bund und dann das andere Hosenbein abwärts weiterstempeln. Dabei immer mal die Höhe der Punkte des anderen Beines im Auge behalten.
Wenn man sich mal vertut, kann man mit einem feuchten Lappen die Farbe recht gut abwischen. Hinterher zusätzlich auch einfach darauf achten, diesen Fleck nicht mit zu bügeln und dadurch zu fixieren.
Nicht alle Punkte sind in einem perfekten Muster angeordnet. Ich bin jedoch recht zufrieden mit dem Ergebnis, im Gegensatz zu dem ersten Versuch mit dem Lineal:
Fail
so besser nicht… OhGottBitteBloßNicht
Ich weiß ehrlich nicht, was ich mir dabei gedacht hatte, die Punkte am Oberschenkel plötzlich schräg zu setzen… Außerdem haben die Punkte an der Beininnennaht nicht zueinander gepasst, wie man an dem grandiosen Vertuschungsversuch oberhalb der Fragezeichen sehen kann.
Zusätzlich habe ich viel zu viele Punkte gemacht; alle 3,5 cm in diesem Fall, ohne  überhaupt die versetzte Reihe für das typische Polka Dot Muster gestempelt zu haben. 
Muss wohl spät gewesen sein… Anders kann ich mir diese Entscheidungen nicht erklären... Von dieser Methode würde ich euch jedenfalls abraten.
Hier seht ihr nochmal, wie ich schön akkurat mit dem Lineal vorgegangen bin. Das sollte eigentlich maximal für das Ausmessen der Breite des Hosenbeins verwendet werden, um die grobe Anordnung der Punkte zu finden.
Augenmaß ist fünfmal schneller und erfolgsversprechender. 
Ihr seht, wie rechts im Bild beidseitig ein Teil des hinteren Beins neben den Seitennähten der Hose hervorlugt? Wie sollte man da mit dem Linealverfahren vorgehen? schwierig… lieber sein lassen und einfach nur anpeilen…
Bei dem Versuch hatte ich außerdem nur die Rückseite eines Bleistifts genommen. Ich mochte die Form, aber an der Graphitmine wollte die Farbe nicht haften und außerdem war die Intensität auch nicht so hoch…

Ich hoffe, ihr konntet durch meine Fail-Erfahrungen lernen, auch wenn das Projekt an sich ziemlich einfach ist, und auch ohne Anleitung auskommen würde…

Was auch immer auf eurer Farbe steht… Wenn ihr mit eurer Ergebnis zufrieden seid, fixiert sie nach der Anleitung (meist durch Bügeln)…

Heute mal wieder bei RUMS...

Kommentare:

  1. Sieht sehr cool aus. Das könnte ich doch glatt beim Fräulein ihren Hosen machen, da bin ich dann noch schneller.
    Der erste Versuch erinnert mich eher an Milimeterpapier ;)
    lg dodo

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  2. Das gute an der Sache ist ja, dass man vorher schon weiß, dass die Jeans PASST! Beim Stempeln dann nur inständig hoffen, dass nichts schiefgeht. Hihi. Sieht sehr gut aus mit den Hexapunkten.
    Herzliche Grüße,
    Elke

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  3. Das gefällt mir, auch dass es eben keine Punkte sind, sondern Ecken und Kanten hat^^
    Und beruhigend dass es noch jemanden gibt, der sich mit eigenen Projekten unsicher ist und diskret auf positives Feedback in vertrauter Umgebung wartet :-)
    Der erste Versuch erinnert mich etwas an Lochblech. Ich hoffe du hattest die Farbe noch nicht fixiert und sie ließ sich auswaschen?
    lg ette

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Am "Frag Mich Freitag" beantworte ich auch theoretische Fragen zur Schnittgestaltung oder Problemen.