Der Tellerrock inklusive Variationen

07:00 Marie 37 Comments

Ich wollte gern mal eine Übersicht zu verschiedenen Formen von Glockenröcken machen. Da ich nicht einfach fremde Fotos verwenden kann und will, sowie mein Bedarf an verschiedensten Röcken nicht ganz so hoch liegt, habe ich mich mal an ein paar Grafiken versucht. Heute habe ich also für euch sechs unterschiedliche Röcke, die alle auf einem Kreis beruhen.

Neben den Grundlagen gebe ich noch einen kleinen Einblick, wann welche Form besonders geeignet ist und natürlich, wie man sich die Schnittmuster mit der richtigen Berechnungsformel selbst erstellen kann. Dabei habe ich besonderes Augenmerk auf eine schnelle Abschätzung der benötigten Stoffmenge gelegt.
Natürlich kann man mit diesem kleinen Wegweiser nicht nur Röcke erstellen sondern zum Beispiel auch Schößchen oder Rockteile von Kleidern. Hat man erst mal das Prinzip der Berechnung verstanden (keine Sorge, die ist nicht wirklich schwer), kann man auch Wickelröcke erstellen, indem man einfach statt des Taillenumfangs den erweiterten Umfang misst und damit weiterrechnet. (Dazu ein extra Tutorial, wenn ich mal schönen, fließenden, blickdichten Stoff finde. Einkaufs-Tipps sind mehr als willkommen)

Ich habe keine Ahnung von technischem Zeichnen und mein Vektorprogramm ist mir auch vollkommen neu. Ich saß unglaublich oft vor dem Laptop und habe einfach rumgeklickt, in der Hoffnung das richtige zu treffen. Mal hat es funktioniert, dann wieder ganz oft nicht. Die Befehle und Tastenkürzel sind einfach komplett anders, als ich das gewohnt bin.
Ich dachte mir mehr als einmal, dass ich eigentlich absolut keine Ahnung habe, was ich da eigentlich tue.
Genauso mache ich übrigens den HTML Teil von dem Blog hier. 
Null Ahnung von CSS, divs, HTML oder haste-nicht-gesehen. Ich probiere einfach irgendwelche ausgedachten Codeworte aus und hoffe ganz sehnlichst, dass es den Befehl auch gibt. Natürlich weiß ich bei ausbleibendem Erfolg nicht, ob es am Befehl oder an der Platzierung oder an irgendwelchen Formalien gescheitert ist… Hurra für HTML-Tutorialseiten...
Ihr wünscht euch eine Anleitung zu einem bestimmten Thema? Ihr wollt Vorschläge zum Abändern von alten/neuen/geschenkten Klamotten? Schreibt mir einen Kommentar oder über mein Kontaktformular eine Email und ich versuche euch zu helfen, indem ich an einem Freitag ein Tutorial zur Problemstellung mache.

Man braucht:


Maßband (zur Not eine Schnur und Lineal o. Ä.)
Taschenrechner

Allgemeines

Ganz allgemein sind für einen Glockenrock nur zwei Maße wichtig: Der Umfang an der Stelle, die später mit dem Bund abschließt und die gewünschte Länge. 
Möchte man den Rock mit einem Gummibund versehen und den Reißverschluss umgehen, muss man außerdem den größten Körper-Umfang (meist am Po) kennen. Schließlich muss die Rocköffnung auch über diese Stelle.
Ein Tellerrock mit Gummibund aus einem nichtstretchigen Material unterscheidet sich demnach im Innenradius von einem Rock mit Zipper oder ähnlichem Verschluss, und ist daher angekräuselt.

Ich gehe im Folgenden vom Taillenumfang aus. Natürlich ist der Begriff durch Hüftumfang oder auch Unterbrustumfang austauschbar.

Wie geht man nun also vor?

Weiß man seinen Taillenumfang kann man mit der Kreisumfangsformel u=2*π*r den Innenradius für das benötigte Schnittmuster errechnen.
Dazu wird einfach immer nach r umgestellt. Möchte man einen vollen Kreis wie er für Rockabillykleider üblich ist, könnte man bei geeigneter Stoffbreite den Stoff zwei mal zur Hälfte falten. (Ansonsten macht man einfach irgendwo einen Schnitt und fügt den Rock mit Seitennähten zusammen)
Dann markiert man von der gemeinsamen Ecke beider Stoffbrüche ausgehend den Radius und verbindet das ganze zu einem Viertelkreis.
Am einfachsten ist es, wenn man für die gewünschte Länge auch von der Ecke ausgeht. Dann muss man logischerweise den Radius zur Länge addieren.
Möchte man keinen vollen "circle skirt" sondern eine Variation, multipliziert man x dazu. Das x ist ein Faktor für die Fülle. 

Bei den Grafiken habe ich mich bemüht, die Relationen möglichst vergleichbar zu gestalten.
Die inneren Kreise korrelieren also alle. Wirkt ein Stoffkreis besonders groß, ist es der Variation zuzuschreiben. Dadurch könnt ihr direkt den Stoffverbrauch abschätzen.

Der einfache Tellerrock lädt zum Kreiseln und Wirbeln ein. Wobei es bei leichtem Stoff durchaus möglich ist, dass man prima unter den Rock gucken kann, also Unterrock nicht vergessen ;). Im angezogenen Zustand lässt sich der Rock nämlich auf Bundhöhe ohne Falten ausbreiten.
Je nach Stoffart wirft er viele kleine Falten (bei fließenden, leichten Stoffen) oder größere Falten die zu einem abstehenderen Rock führen (bei festeren Stoffen).
Kleine Mädchen freuen sich meistens über den flatternden Rock und durch die geringere Größe muss man meist keine Seitennähte setzen und ist schnell fertig.
Ansonsten ist der Tellerrock immer eine feminine, und ein bisschen romantische Wahl.
Für einen besonders vollen Rock mit vielen Falten nimmt man den doppelten Tellerrock. Er hat auch beim Herumwirbeln mehr als genug Stoff übrig, um durch Faltenwurf den Po zu verdecken.
Da man zwei Kreise aneinander näht, halbiert sich die Öffnung des Innenkreises. Dadurch verkleinert sich auch der Gesamtdurchmesser im Gegensatz zum einfach Tellerrock. Allerdings braucht man auch zwei Kreise...
Selbst wenn man den fertigen Rock voll ausbreitet, bleiben Falten. Im angezogenen Zustand könnte man eine Rockseite bis zu den Ohren hochheben. Das aber nur um die Fülle zu verdeutlichen. Bitte tragt eure Rocksäume nicht an den Ohren ;)
Generell eine gute Wahl für Petticoatkleider oder dramatischere Röcke.

Eine leicht ausgestellte Variante mit wenigen Falten ist der halbe Tellerrock.
Wie auf der Grafik zu sehen, spannt er im angezogenen Zustand nur 90 ° auf. Durch den halbierten Umfang verdoppelt sich der Radius.
Eine schöne Alternative für Frauen, die sich nicht ganz so mädchenhaft kleiden wollen. Oder wenn nur noch wenig Stoff vorhanden ist ;)
Einen Skaterrock könnte man mit dem halben Kreis ganz sicher gut hinbekommen.

Der Vierteltellerrock hat den größten Innenradius. Durch die geringe Fülle ergeben sich eigentlich keine Falten und er entspricht eher einer A-Linie als einem Glockenrock.
Je nach Umfang sollte man vorher besser prüfen, ob der Rock auch über den Po gezogen werden kann, oder ob man ohne Gehschlitz darin laufen kann. Dazu einfach ein bisschen mit der Kreisumfangsformel spielen.
Meine Lieblingsvariante derzeit ist der Glockenrock, der zwei Drittel eines Kreises ergibt.
Ich glaube, auch in der Industrie ist diese Variante recht verbreitet.
Man erhält mehr Falten und Fülle als bei einem halben Tellerrock, hat aber ein bisschen Stoff übrig. Außerdem sind die Momente, in denen man andere durch unerwartete Windstöße flasht eher selten.
Die wahrscheinlich wichtigste Variante ist ein angekräuselter (2/3) Rock.
Im Vergleich zum regulären 2/3 Rock sieht man den größeren Innenradius. Dieser muss auf den richtigen Taillenumfang gebracht werden, was durch Kräuseln geschieht.
Das tolle an dieser Form ist die Möglichkeit, den Reißverschluss bei gewebten Stoffen wegzulassen und mit einem Gummiband dem Rock einen Bund zu geben.
Die Formel zu Radiusberechnung sieht ein wenig kompliziert aus. Ist aber eigentlich die einfachste!
u ist wie auch schon zuvor euer Taillenumfang
p ist eine beliebige Zahl, je nach gewünschtem Kräuselungsgrad. Meist entspricht es der Differenz zum Po-Umfang (deswegen hab ich es mal p genannt. popo hehehe)
Jetzt der Trick:
Man misst nur den Po-Umfang, addiert vielleicht 5 cm für Anziehkomfort und erhält u+p.
Und da π in eeeetwaaaa 3 ist, kürzen sich diese Faktoren aus der Gleichung.
Somit erhält man :

Po-Umfang (+5cm)/ 4= r

Und auch das kann man grob im Kopf überschlagen. Genaue Maße sind in dem Fall nicht so wichtig, da das Gummiband später alles ausgleicht.

Natürlich kann man für x alle möglichen Faktoren einsetzen: Größer 1, kleiner 1, ganz egal. Was in etwa dabei rauskommen könnte, verdeutlichen euch hoffentlich die Grafiken.

Erstelle ich ein Schnittmuster, zeichne ich oft nur die Hälfte auf's Papier und ergänze den Rest auf dem Stoff durch Doppellagigkeit oder Umlegen des Schnittmusters.
Vielfache von einem Viertel sind denkbar einfach zu erstellen. 
Wenn ich 2/3 Rockmuster erstelle, messe ich für den richtigen Umfang den inneren Kreisumfang auf dem Papier nach. Man könnte auch mit einem Geodreieck oder besserer Ausrüstung die genaue Gradzahl abtragen, aber es geht auch ohne…

Sollten euch Fehler auffallen oder ihr habt konstruktive Kritik für mich, bitte ich euch, sie auch zu äußern :)
Sind die Farben halbwegs vernünftig zu erkennen oder gibt es an eueren Monitoren Probleme?

Kommentare:

  1. Das ist ein ganz toller Post geworden, Danke, dass du dir so viel Mühe gemacht hast!
    Ich nähe zwar (noch) nicht, würde im Sommer aber echt gerne damit anfangen, deswegen wird diese Info gleich gespeichert.
    Liebe Grüße!

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  2. Wow, was ein toller Infopost! Und die Grafiken sind richtig toll geworden! Auch die Farben gefallen mir gut, weil sie unaufdringlich, aber trotzdem deutlich sind!
    Der Post wird auf jeden Fall gespeichert!
    Liebe Grüße,
    Marina

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  3. Hey was für eine tolle Übersicht, da bekommt man doch gleich Lust loszulegen. Übrigens sind die Zeichnungen wirklich gut, dass sie durch Versuch und Irrtum entstanden sind, ist nicht zu erkennen.

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  4. Liebe Marie, ich liebe Deinen Blog und was Du machst. Ich habe Dich daher für den Liebster-Blog-Award nomiert! Schau doch mal hier für weitere Infos: http://fraustoerchin.blogspot.de/2014/05/liebster-blog-award.html
    Viele Grüße
    Jenny

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  5. wow bei den formeln auf den bildern hat mich grad fast der schlag getroffen. ich bin von mathe gern mal verängstigt.
    toller post, sowas zu können ist sicher genial

    liebe grüße anni h2o2
    Hydrogenperoxid Lifestyle Blog

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  6. Liebe Marie,
    Dankeschön, für Deine Nachricht. Macht ja nichts, wenn Dir kein Blogger-Neuling einfällt. Aber vielleicht magst Du ja trotzdem die Fragen beantworten. Vielleicht mögen die Blog-Leser gern sowas über Dich wissen. ;)
    Liebste Grüße
    Jenny

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  7. Ein wirklich sehr schöner Beitrag!
    Werde mich vielleicht auch irgendwann mal daran versuchen.
    Ob dann etwas daraus wird ist ein anderes Thema. :D

    Liebe Grüße
    jelaegbe.blogspot.de

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  8. Sehr schöne Zeichnungen! Danke für deine Mühe, ich kann mir vorstellen, wie ewig das gedauert hat. Aber so hat man eine wirklich tolle Anleitung für alle Varianten. Nur beim Doppelrock habe ich überlegen müssen, wie man denn nun die zwei Teile zusammennäht. ;)
    Liebste Grüße an dich, Eva

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  9. Vielen Dank für diesen ausführlichen Post.
    Da gerade ein Teller/Glockenrock auf meiner Liste steht sehr hilfreich.
    Jetzt muss ich mir nur noch einmal in Ruhe die Formeln anschauen und mit Zahlen füllen und dann sollte alles verständlich sein.

    Vielen Dank und einen schönen Sonntag,
    Tobia

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  10. Was für ein toller Post! Vielen Dank dafür!
    Durch Zufall bin ich auf deinen Blog gekommen und werde sicher öfter hier hereinschauen.

    LG
    Kerstin

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  11. Hallo!

    Deine Anleitungen sind wirklich super. Ich hätte aber mal eine Frage und hoffe, dass das okay ist :) http://cosplayers.acparadise.com/70567/70567-35406-9f855684c47d3fc3ed51ce64cb89708b.jpg Ich überlege gerade meine Strategie, um das rechte Kleid im Bild zu nähen. Momentan denke ich, dass ich den Rock aus einem schwarzen Tellerrock und zwei kürzeren weißen Nähe, die ich dann 5 cm vor dem Schluss noch mit einem Band o.ä. versehe, damit die Rüschen abgehen. Jetzt hab ich hier aber vom doppelten Tellerrock gelesen und überlege, ob dieser geegneter wäre? Zumindest für den schwarzen Part? (drunter würde ich u.U. noch einen Petticoat tragen).

    Würde mich sehr freuen, wenn Du vielleicht eine Idee hättest :)

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    1. Aaaaalso... Es ist ja nur eine Zeichnung und kann daher ein bisschen freier interpretiert werden als ein Foto...
      Ich glaube, ich würde (auch um Stoff zu sparen) einen einzigen Rock aus mehreren Stufen nähen. Du kannst aber genau so gut einen schwarzen für drunter und einen gesonderten weißen für drüber machen. Dann wird es allerdings immer dicker am Bund (vor allem noch mit Petticoat).
      Wenn du viel Volumen/viele Falten haben möchtest, nimm ruhig den normalen Tellerrock als Grundlage. Die erste Stufe sieht gar nicht so weit schwingend aus...

      Also angenommen vom Bauchnabel bis zum Hüftknochen die erste Stufe vielleicht 10 cm breit mit vollem Kreisumfang. Und an den "Saum" würde ich einen doppelten Teller als Volant annähen.
      Da kannst du ja prima 2 normale Kreise (die jeweils dem Umfang des Saums der ersten Stufe entsprechen) aneinander nähen.
      Und darunter würde ich eine zweite, breitere Stufe nähen, die ebenfalls aus aus einem normalen Teller besteht.
      An den Saum dieser Stufe würde ich wieder einen doppelten Teller nähen als Volant und dann entweder einen normalen Teller oder vielleicht sogar einen vierfachen Teller in schwarz daran. Ich würde Volant und Rockstufe nicht gleich zuschneiden, da ja ein Kontrast entstehen soll.

      Um das Zuschneiden zu vereinfachen, könntest du sicherlich auch einen längeren Tellerrock (Bauchnabel- Po) in weiß zuschneiden und den kreisförmig halbieren, sodass du die erste und die zweite Stufe als Ringe erhältst. Ooooder du lässt den Teller als ein Stück und nähst den Volant darauf. Sodass oberhalb der Naht ein wenig Stoff als Minivolant abstiebelt. (mei, was hab' ich nicht gerade gesucht und gesucht: http://www.fannyswelt.de/WebRoot/Store25/Shops/64737828/54A2/9551/4AFC/1657/E203/C0A8/2AB8/4C1B/dania303-015-1.jpg )
      Um diesen leicht ballonartigen Effekt zu erhalten, müsstest du die Volants und die Stufe etwas weiter einreihen, als es nötig wäre. Ich hoffe, das ist halbwegs verständlich, ansonsten mal ich dir auch gern Krakelskizzen.

      Am Miederteil sind ja auch noch Rüschen dran... die würde ich glaube auch dort lassen und nicht noch an den Rock dranbauen. Sieht bestimmt ordentlicher aus bei Bewegung...

      Viel Erfolg ;)

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  12. Vielen Dank für diesen tollen Post.
    Leider stehe ich jetzt total auf dem Schlauch wie ich den gekräuselten 2/3 Rock zuschneide...Also wie ich den Stoff falte beim Anzeichnen. 2x?
    Wie muss da mein Schnittmuster aussehen?
    Mein Radius ist 30 cm.

    LG,
    Ulrike

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    1. Hallo Ulrike,
      Um die Erklärung zum Zuschnitt habe ich mich wohl etwas gedrückt.

      Man kann den Rock aus einem Stück mit einer Naht (wie auf der Grafik) nähen, oder man macht ein Vorder- und ein Hinterteil.
      Direkt auf den Stoff zeichnen ist eine Option. Ich erkläre jetzt mal für ein Schnittmuster, welches im Stoffbruch angelegt ein Vorder- bzw Hinterteil ergibt.

      Angenommen die Rocklänge soll 50 cm betragen:
      Nimm Schnittmusterpapier in der Größe 90 x 90 cm, zeichne von einer Ecke aus ausgehend 30 cm Radius und aus der gleichen Ecke 82 cm (30 + 50 + 2cm Bund- und saumzugabe).
      Von dem 30 cm Bogen misst du 30 cm ab für 1/4 des gewünschten Umfangs (115cm Gesamtumfang, 57,5 cm von Seitennaht zu Seitennaht, 28,75 cm für die Hälfte eines Rockteils da das Schnittmuster im Stoffbruch angelegt werden soll) So genau muss es aber nicht sein, da du eh kräuselst und ein bisschen Nahtzugabe abgeht. Runde also ruhig auf 30 cm auf und markier den Punkt auf der Linie vom ersten Radius.
      Dann mit einem furchtbar langen Lineal von der Ecke durch den Punkt eine Linie ziehen und weiterführen bis zum 2. Radius. Den 30 cm breiten Teil ausschneiden und fertig ist dein Schnittmuster für ein halbes Rockteil.

      Nimm dann den Stoff, falte ihn zur Hälfte und lege das Schnittmuster am Stoffbruch an. Schnittmuster abzeichnen und an anderer Stelle für den zweiten Teil wiederholen.

      Ich weiß, das war jetzt sehr verwirrend. Wenn du noch Fragen hast, nur raus damit.
      Liebe Grüße

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  13. Vielen lieben Dank, jetzt habe ich es verstanden ;-)

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  14. Hallo, hätte da eine frage, undzwr, wie rechnet man jz noch mal den radius aus? hab das iwie nicht ganz so verstanden;-)

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    1. Für einen ganz normalen Tellerrock mit Reißverschluss, der auf Taille (70cm) sitzt:
      u=2*pi*r
      also r=u/(2*pi)
      damit r= 70/6,28
      r= 11,15 cm
      Und mit denn rund 11,2 cm Radius wird ein ganzer Kreis gezeichnet.

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  15. Hallo Marie, eine klasse Umsetzung zu den Röcken!! Ich verzweifle nur gerade schrecklich. Ich möchte einen 2/3 Tellerrock mit RV und Bund nähen. Nach meiner Berechnung komme ich auf einen Radius von 17,7 cm. Nun habe ich mein Schnittmuster ausgeschnitten vor mir liegen, allerdings fehlt mir nun die Vorstellung wie oft ich diesen auf dem Stoff ausschneiden muss?! Lege ich das Schnittmuster an den Stoffbruch und habe dann nur eine Naht die ich verschließen muss? Oder muss ich es zweimal ausschneiden? Danke für Deine Hilfe! :)

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    1. Hi Anja,
      Schau doch mal in den vorherigen Kommentaren. Ich mache es immer so, dass ich ein flexibles Maßband an den inneren Kreis anlegen (der die Taille wird) und den Taillenumfang bzw den gewünschten Wert (inkl. Nahtzugabe) dort abmesse und abtrage. Dann durch den Ursprungspunkt (vermutlich Ecke des Papiers) ein Lineal legen und mit dem Punkt verbinden. Diese Linie dann bis zum Rocksaum verlängern. Je nachdem, ob du vorher die gesamte Taille abgetragen hast, oder nur die Hälfte, musst du dein Schnittmuster eben ein- bzw zweimal zuschneiden.

      Ich hoffe, das hat geholfen.
      Liebe Grüße
      Marie

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  16. Hallo, wollte mir gerne einen doppelten Tellerrock nähen. Komme mit der Formel nicht so klar, oder besser: rhetorische Frage.

    Ich haue hier auch einfach mal meine Masse raus sonst wird das bei meinen Mathekünsten nichts. Also stolzer Umfang von 124. Also bei einem einfacher Tellerrock ist mein Radius demnach ca 20. (Bei zwei halbkreisen mit jeweils 1 cm nahtzugabe) Heißt das bei einem doppelten Tellerrock habe ich dann einen Radius von 10cm. Ich würde den dann aus 4 halbkreisen zusammen nähen. Liege ich richtig?

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  17. Hallo,
    du hast das ganz richtig verstanden ;)
    Wenn man von 124 cm Umfang ausgeht, 2 x 1 cm für Nahtzugaben auf beiden Seiten addiert und dann die 126 cm in die Gleichung als U einsetzt, kommt man bei einem Radius von 10 cm raus.
    Jetzt kommt es nur noch darauf an, wie lang du den Rock haben möchtest. Der Radius ist so gering, dass du locker 60 cm oder noch etwas mehr als Rocklänge wählen kannst, um einen kompletten Kreis aus einem 150 cm breiten Stück Stoff zu zuschneiden.

    Falte den Stoff dann einfach 2 x zur Hälfte, sodass du quasi genau ein Viertel deines Stoffstücks erhältst. Von der einen Ecke ausgehen, zeichnest du den Radius für die halbe Taille ab (da du ja einen doppelten Tellerrock möchtest) und dann noch den Radius für die Länge.

    Wenn du dann schneidest, erhältst du im geöffneten Zustand einen ziemlich dicken Donut ;) Also einen echten Ring, der keinerlei Öffnung besitzt. Du brauchst ja aber Seitennähte... Also einfach EINE Stoffbruchkante entlang schneiden. Und das wiederholst du für den 2. Kreis genau so.
    Dann hast du 2 Kreise mit einer Seitennaht und einer Reißverschlussnaht.
    Du kannst deine Kreise natürlich noch weiter zerschneiden und mehr Seitennähte einfügen (dann aber auch mehr Nahtzugaben berücksichtigen), aber prinzipiell schneidest du am besten nur ein einziges Mal vom Rocksaum zur Taille. So entstehen 2 Schnittkanten und somit 2 Seitennähte ;)

    Ich hoffe, das war verständlicher.

    Frag ruhig noch mal nach, falls ich es noch mal anders erklären soll.
    Liebe Grüße
    Marie

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  18. Hallo Marie,
    nach langem suchen, basteln und probieren bin ich auf Deine Seite aufmerksam geworden. Die ist wirklich super!
    Ich will einen Tellerrock für jede unserer beiden Töchter nähen. Ich dachte, das wäre ein gutes Projekt für den Anfang, ich bin absoluter Neuling beim Nähen, aber es macht mir riesigen Spaß. Ich habe die Röcke schon aus alten Bettbezügen genäht :). Ich hab einfach den Umfang der Taille genommen und den Radius berechnet und schwups hat nichts gepasst.

    Die Berechnungen sind wirklich toll beschrieben, allerdings möchten die Mädels einen Tellerrock, der etwas mehr Volumen als der 2/3-Tellerrock hat, aber auch nicht ganz der volle Tellerrock. Eventuell ein 3/4 oder so. Ich bekomme es aber nicht hin, die Formel so umzustellen? Vielleicht kannst Du mir auch einen Hinweis geben, wie ich die Formel umstellen kann, damit ich ein bisschen mehr bzw. ein bisschen weniger als Viertel, halb usw. berechnen kann.
    Also, unsere Tochter hat eine Taille von 68 cm, bei einem normalen Tellerrock wäre das ein Radius von 10,83 cm? Und bei einem 2/3-Tellerrock habe ich einen Radius von 16,24 cm errechnet, aber mit einem 3/4 weiß ich einfach nicht weiter.
    Ich hoffe, Du hast meine Frage verstanden und würde mich riesig freuen, wenn Du mir helfen kannst.
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende.
    Marion

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    1. Hallo Marion.
      Du brauchst dich nur an die allgemeine Formel ganz oben halten.
      Dein u sind 68 cm für den Taillenumfang, und dein x sind 3/4 für die Fülle.
      Wenn du die Formel dann nach r umstellst, erhält du: r= u/ (2π * 3/4), gekürzt r= u/ (π *3/2).
      In deinem Fall wäre das: r= 68/ (π * 3/2)= 14,43 (cm)
      Wenn du also mit r = 14,43 cm deinen Rock zuschneidest, erhältst du einen 3/4 Rock. Leider weiß ich bisher nicht, wie man besser zuschneidet, als nach dem Anzeichnen die 68 cm Umfang am inneren Radius abzumessen und dort abzuschneiden. Man könnte das sicherlich mit einem bestimmten Winkel auch erreichen. Aber prinzipiell markiert man seine Radien und misst dann den Umfang ab und erweitert diese Markierung bis zum äußeren Radius, der den Saum später bildet.

      Ich hoffe, du hast der Erklärung folgen können.
      Liebe Grüße
      Marie

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  19. Den Umfang abzumessen reicht sicher. Das was man da evtl an Ungenauigkeit macht, fällt später nicht auf, das ist minimal. Mit den Winkeln gehts aber im Prinzip auch ganz einfach.
    Was man hier macht, ist ja ganz allgemein Anteile nehmen. Statt den vollen Tellerrock (das Ganze), näht man den 2/3- oder 3/4- oder 15/18-Tellerrock, indem man das Ganze mit dem entsprechenden Anteil multipliziert. Also für den 2/3-Tellerrock multipliziert man den vollen Umfang (das Ganze) mit 2/3. Schwierig wird es, weil man die Formel noch nach den Radius r umstellen muss. Das wird hier schön vorgemacht.

    Für den 2/3-Tellerrock würde ich so vorgehen: "Das Ganze" ist jetzt 360°, ein voller Kreis. Zwei Drittel davon sind 360*2/3=240. Also brauchen wir für einen 2/3-Tellerrock einen 240°-Stück. Das ist ja auch schön abgebildet. Das Tortenstück, das da jetzt zum Vollkreis fehlt hat 360°-240°=120°.
    Wir müssen also ein Tortenstück von 120° wegschneiden:
    Man faltet den Stoff einmal und markiert im Bruch die Mitte (das ist da, wo beim zweimal falten die Ecke wäre, von der aus man für den vollen Tellerrock den Radius anzeichnet. Kann man auch mal mit einem Stück Papier probefalten und -schneiden).
    In diesen Mittelpunkt legt man dann ein Geodreieck und misst vom Bruch aus 60° ab. Weil man den Stoff doppelt gelegt hat, ist das dann ein Gesamtwinkel von 120°. Das Stück schneidet man raus. Im Prinzip kann man den Stoff jetzt noch einmal falten und so vorgehen, als würde man einen vollen Tellerrock nähen, wie oben beschrieben (Länge markieren, Markierungen verbinden, schneiden, etc.)
    Das Tolle ist, dass auf vielen Schneidermatten 60°-Winkel markiert sind, das kann man dann gleich nutzen und spart sich so das Geodreieck :-)

    Ich habe den vollen Tellerrock schon genäht, danke für die Beschreibung und die schönen Bilder :-)
    Der nächste wird ein 2/3-Tellerrock nach der oben beschriebenen Methode.
    Jeden anderen Anteil (Beispiel für 5/6-Tellerrock) kann man sich ausrechnen:
    1. Anteil am Vollkreis ausrechnen (Beispiel: 360°*5/6=300°)
    2. Winkel vom rauszuschneidenden Tortenstück berechnen: 360°-300°=60°
    3. Tortenstück rausschneiden
    4. Stoff noch einmal falten und vorgehen, als würde man einen vollen Tellerrock nähen.

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  20. Hallo,
    erstmal ganz lieben Dank für diese tolle Erklärung und Visualisierung.
    Allerdings hab ich ein Problem bzw. ich verstehe nicht, was ich falsch mache.
    Ich möchte mir einen 1/3-Kreisrock nähen, bei einem Umfang von 96cm. Wenn ich das nun in die Formel einfüge und umstelle (r=3u:6n, dann bekomme ich genau denselben Radius wie bei einem Vollkreisrock heraus (15,2788... ), und das kann doch nicht stimmen, oder?
    Würde mich über Hilfe wirklich sehr freuen!

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    1. Hallo, ich glaube, du hast entweder falsch eingetippt oder falsch umgestellt.
      Bei einem vollen Kreis rechnest du:
      96cm:(2*π)=15,28cm

      und bei einem Drittel Rock gehst du von u= 2πr *1/3 aus.
      Umgestellt ist das: r= (u*3):(2π)
      also (96cm*3):(2π)= 45,84 cm

      Ich hoffe, das hat dir geholfen :)

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    2. Vielen Dank!
      Ich schätze die schlechte Mathenote damals war wohl doch verdient ...

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  21. Also wirklich klasse gemacht. Im Großen und Ganzen habe ich das Prinzip verstanden. Ich habe große Lust bekommen mich gleich mal daran zu versuchen. Einen Glockenrock wollte ich schon länger mal wieder nähen, und dann darüber einen Post schreiben. Toller Beitrag :-)

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  22. Hallo Marie
    Toller Blog. Ich liebe ihn. Aber wenn ich einen Tellerrock nähen will, wie muss ich dann den Bund machen? Kann ich einfach an der Taille runterfalten und nähen? Oder muss ich ein zusäzliches Band annähen?

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    1. Hallo, schön dass es dir hier so gut gefällt :)
      Den Bund solltest du extra zuschneiden und annähen, sonst wird es nix mit dem richtigen Umfang an Hüfte oder Taille.
      Also am besten nähst du aus einem Rechteck einen Tunnel und nähst ihn an den Innenkreis. Dann müsstest du aber mit einem Reißverschluss arbeiten.

      Wenn du einen Gummibund annähst, solltest du die gekräuselte Rockvariante nehmen, da du den Rock ja über die Hüfte ziehen können musst, und die ist im Allgemeinen breiter als die Taille.

      Ich hoffe, das hat dir geholfen ;)
      Liebe Grüße,
      Marie

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  23. Hey!
    Ich bin gerade über den Seemannsgarn-handmade-Blog zu dir gekommen, weil ich auf der Suche nach einem Schnittmuster für einen einfach Rock bin. Ich nähe zwar schon einen kleinen Moment,bisher aber noch nie Klamotten, sondern immer einfache Dinge, wie z.B. Taschen, Hüllen, Kissen,...
    Nun wollte ich mir aber endlich mal einen Rock nähen, weil ich keinen passenden in den Geschäften gefunden habe. So schwer kann das ja eigentlich nicht sein, da ich sowas aber noch nicht gemacht habe, habe ich ein wenig Angst :D
    Nun zu mir: Ich habe mir deine wunderschöne Auflistung angesehen und denke, dass ein halber Tellerrock etwas für mich wäre. das Problem ist nämlich, dass ich Rollstuhlfahrerin bin und mir dann die etwas weiteren Röcke immer am Rad und in die Speichen hängen und aussehen wie ein Sack, im Sitzen. Meinst du, so einer wäre geeignet? Und denn kann ich ganz einfach mit Gummibund nähen?

    Schon jetzt einmal vielen Dank für deine Antwort und deine wirklich tolle Seite! :)

    Liebe Grüße,
    Anouk

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    Antworten
    1. Hallo Anouk,
      ich denke mal, es hängt sehr von der Länge des Rocks ab, ob er in die Speichen deines Rollstuhls hängen wird oder nicht. Ein halber, gekräuselter Tellerrock klingt aber ganz gut. Wenn du einen Gummibund nähen möchtest, solltest du auf jeden Fall auf die Mehrweite im Umfang achten, um den Rock anziehen zu können. Sonst kann sich nämlich dein Gummibund dehnen, aber der restliche Stoff rutscht dann nicht über deinen Körper.

      Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
      Liebe Grüße,
      Marie

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  24. Liebe Marie,

    ich trage Plus-Größe und träume schon ewig von einem richtig weit schwingendem Kleid. Auf einen doppelten Teller wäre ich nie gekommen, klingt aber super. Vielen Dank für die tolle Anleitung!

    Wenn ich das Kleid ab der Brust oder kurz darunter richtig weit haben möchte, kann ich doch einfach so rechnen, als sei das meine Taille, oder?

    Bis unter die Brust hätte ich gerne einen anliegenden, kurzärmligen Schnitt. Hast du einen Tipp oder Vorschlag, welcher da geeignet wäre?

    Wenn ich Chiffon nehme, brauche ich trotz der Stofffülle noch einen Unterrock? Es soll ja nicht so auftragen, deshalb geht da wohl nur ein weichfließender Stoff, oder? Oder Pannesamt im Winter?

    Mit den allerbesten Grüßen

    Rika

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    1. Hallo Rika,
      ich würde dir dazu raten, mindestens 3 cm unter der Brust erst den Rock anzusetzen, weil es meiner Meinung nach streckt. Du rechnest den inneren Umfang dann so, als wär das deine Taille, genau. (Und denk an den Reißverschluss bei nicht dehnbaren Stoffen)

      Für den Schnitt vom Oberteil kommt es auch sehr auf deine Stoffwahl an. Wenn du Chiffon nehmen möchtest, musst du es unbedingt füttern, wenn du nicht halbdurchsichtig rumlaufen möchtest. In jedem Fall solltest du auf ein Schnittmuster zurückgreifen, welches dir gut passt. Du kannst auch von einem bestehenden Kleid oder Oberteil aus einem nicht stretchigen Stoff den Schnitt abpausen.

      Ich würde auch für den Rock aus Chiffon einen Unterrock aus Futterstoff nähen. Viskose wäre ganz hübsch und fließend. Das trägt dann eigentlich auch nicht auf.
      Wenn du einen Rock aus Pannesamt nähen möchtest, kannst du bestimmt auf einen Futterrock verzichten...

      Viel Spaß beim Entwerfen und Erfolg beim Nähen ;)

      Liebe Grüße
      Marie

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  25. Hey, ein toller Post, gerade für mich als Anfängerin!
    Vielleicht eine dumme Frage, aber bei dem doppelten Tellerrock - da schneide ich dann zwei mal die Kreise, die ich berechnet habe, aus, und schneide die dann jeweils einmal auf, um sie dann an den beiden Stellen einfach aneinander zu nähen?
    Das klingt für mich irgendwie sehr banal, aber anders ginge es wohl auch nicht? 😬😁

    Wollte nur nochmal kurz fragen, bevor ich an meinem teuren Stoff schneide 🙈

    Nochmals großes Lob für den Beitrag, danke!

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    1. Hallo Vanessa,
      du hast das ganz richtig erkannt. Man schneidet zwei Kreise und dann jeweils einmal vom Saum bis Innenkreis aufschneiden und an diesen Stellen als Seitennähte miteinander vernähen.
      Denk bei der Berechnung des Innenradius unbedingt an die Mehrweite, die du durch Reißverschluss und Nahtzugabe einkalkulieren musst. Wenn du 1 cm Nahtzugabe nimmst, müsstest du 2 cm mehr Umfang pro Kreis einrechnen, wenn ich das jetzt so schnell überlege.

      Viel Spaß beim Nähen!
      Liebe Grüße,
      Marie

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