FMF: HiLo Rock

07:00 Marie 5 Comments

Da ich für meinen MMM HiLo Rock sehr viel positive Reaktionen erhalten habe, wollte ich das direkt als ersten FragMichFreitag-Post verwenden. Dabei soll es sich um theoretische Anleitungen handeln, die nach Möglichkeit durch eure Fragen entstehen sollen.
Der Längenunterschied ist mit 2,5 cm recht subtil, hat aber vielen von euch gut gefallen.
Vor kurzem habe ich eine weitere Version aus etwas festerem Stoff genäht. Hinterher bin ich schlauer und kann euch sagen, dass ihr bei nicht-super-dünnen Stoffen lieber den hinteren Teil genau so breit wie das Vorderteil zuschneiden solltet, sonst bauscht es zu sehr und zieht außerdem durch das Gewicht den Bund nach unten. Der Schwarze Rock hat einen Längenunterschied von 8 cm.

Ich habe neben meinen Werten für eine Größe 34/36 auch noch die allgemeinen Formeln für die Schnittmusterstücke dazugeschrieben. Man kann auch prima in der Länge variieren, oder den Rock eher auf Hüfte tragen. 
Bei dem Schnitt lassen sich auch prima Taschen einfügen, aber dazu eventuell später mehr.
Generell ist zu sagen, dass angekräuselte Röcke, die aus Rechtecken bestehen meist nicht ganz so vorteilhaft sind, wie Tellerröcke. Schließlich ist an der Taille die gleiche Stoffmenge wie an den Knien.  Wer für kreisförmige Röcke nach der richtigen Kürzungsmethode sucht, ist bei meinem Schößchenpulli ganz gut beraten.

Ein Rock braucht ca. 2 - 3 h. Etwas mehr, wenn man keinen Rollsaumfuß verwendet :P (Hab ich euch langsam bekehrt?)

Man braucht:

Stoff (siehe Bilder für die Maße)
Nähmaschine, Nadel, Garn, Schere, Stecknadeln, Bügeleisen, evtl Rollsaumfuß oder Zwillingsnadel
Gummiband (etwas weniger als der halbe Taillenumfang)
eventuell etwas Vlieseline zum Verstärken des vorderen Bundes (habe ich bisher weggelassen)
Das sind alle benötigten Teile auf einen Blick.
Die Bundbreite sollte etwas mehr als die doppelte Gummibandbreite betragen. Für einen etwas besseren Sitz, die Bundteile der Länge nach falten und von der Ecke bis zum Stoffbruch ca 0,5-1 cm schräg abschneiden.
Wie schon oben erwähnt, kann man das Rückteil auch mit 100 cm zu schneiden, damit er sich nicht so sehr bauscht.
Wer nicht so viel rechnen möchte, kann auch beide Teile gleich lang zuschneiden und später das vordere Teil kürzer schneiden. Aber ich wollte die 2 cm Stoff gern sparen :P
Die Angaben sind ohne Naht-/Saumzugaben, weil das jeder anders handhabt.
Wer einen Rollsaum näht, braucht z. Bsp. nur 1 cm Zugabe, bei einer Zwillingsnaht braucht man je nach Geschmack 1-2 cm.
Bei einem so großen Umfang (100 + 140 cm) kann man die Nahtzugabe für die Breite aber auch ignorieren.
Zunächst werden die Bundteile rechts auf rechts genäht. Am besten zuvor die Kanten versäubern und anschließend auseinanderbügeln.
Dann erhält man einen Ring, der nach unten leicht verbreitert ist.
Gleiches Spiel mit den Rockteilen. Rechts auf rechts beide Teile aufeinander nähen und versäubern.
Anschließend die Nähte aufeinander legen und wie dargestellt den Saum schneiden.
Dabei darauf achten, dass beidseitig mindestens 10 cm parallel zum Bund (bzw im rechten Winkel zum Stoffbruch) geschnitten werden und dann sanft schräg auf die nächste Tangente zulaufen lassen.
Schneidet man von Stoffbruch (maximale Länge) zu Stoffbruch (minimale Länge), erhält man einen spitzen Zipfel hinten und eine Ecke vorn. Nicht nur unschön, sondern auch schwer zu säumen.
Das Gummiband ähnlich den Bundweiten anschrägen. Dann den Bund aufklappen, innen an beiden Seiten das Gummiband auf den rückwärtigen Bund steppen.
Den Bund wieder zuklappen und unter Dehnen das Gummiband feststeppen. Dabei genug Platz am breiten, offenen Ende lassen, um den Bund an den Rock zu nähen. Man kann diesen Schritt auch weglassen und das Gummi bloß als Tunnelzug vernähen.
Dann besteht aber die Gefahr, dass es sich den Weg des geringsten Widerstandes sucht und komisch verdreht/ verzieht. Eventuell ist dann das 3,5 cm breite Gummiband bloß halb so breit aber doppelt so dick und kräpelt irgendwie im Tunnelzug rum.
Als nächstes den Saum kräuseln. Es ist dabei besser, wenn man 2 Stellen zum Raffen lässt. Schließlich muss ca 240 cm auf ungefähr 1 m gekräuselt werden.
Die Größe des Rockbundes dem echten Bund anpassen. Das Vorderteil bleibt schmaler als das Rückteil, wobei das Rückteil so breit wie der gedehnte, rückwärtige Bund sein sollte.

Den Bund an den gekräuselten Rock stecken und nähen. Anschließend noch die Fäden vom Kräuseln herausziehen.

Zum Schluss noch nach Wunsch säumen und das war's.

Das war jetzt mein erster Versuch in diesem Ausmaß die Schritte mittels Grafiken zu erklären. Konntet ihr gut folgen, oder wünscht ihr euch beim nächsten Mal mehr/weniger Details.
Wem die Bilder zu klein sind, kann sie durch Anklicken vergrößern.

Kommentare:

  1. Endlich weiß ich mal wie ich das Gummiband messen muss, bisher hab ich es immer auf gut Glück gemacht und meistens nochmal ändern müssen

    xo Fräulein K.

    AntwortenLöschen
  2. danke für die tolle anleitung, und- ich finde den blümchenstoff sooo hübsch.
    lg und schönes wochenende
    mounia
    meinsuesskram.blogspot.co.at

    AntwortenLöschen
  3. Eine tolle Anleitung, wie immer! ;)
    Hast du eigentlich schonmal Tüll genäht? Und wenn ja, hättest du ein paar Tipps für mich? ;)
    Liebste Grüße,
    Lici

    AntwortenLöschen
  4. warumeigentlich zerbrichst du dir dein köpfchen über die länge der bahnen,wenn es einen rockabrunder gibt;-)?denn man auch immer ,bei allen kleidungsstücken benutzen sollte, und wenn man keinen hat, benutzt man gewöhnliches zollstock:-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo :)
      Welchen Vorteil bringt denn der Rockabrunder, wenn ich einen asymmetrischen Saum erzielen möchte? Außerdem arbeite ich lieber ganz knapp am Stofflimit und würde ungern extra Stoff einrechnen, wenn es auch durch ein bisschen Prä-Meditation ganz gut klappt. Bei geradem Fadenverlauf wie bei diesem angekräuselten Rock hängt sich ja eigentlich nichts aus...

      Löschen

Ich freue mich über alle Kommentare und beantworte sie auch gerne ;)
Bei gezielten Fragen, könnt ihr auch gern das Kontaktformluar benutzen, um eine Antwort zu erhalten.
Am "Frag Mich Freitag" beantworte ich auch theoretische Fragen zur Schnittgestaltung oder Problemen.