Bommeltuch

08:00 Marie 3 Comments

Man muss ja nicht immer alle Ideen selbst ausgebrütet haben. Ich habe zum Beispiel dieses schöne, blaue Tuch von pieces. Weil das Tuch schon so manches Kompliment eingeheimst hat, dachte ich mir, eine diy Version zum Verschenken wäre doch nicht schlecht.


Die Knubbel bedürfen ein wenig Zeit, aber ich finde, es ist recht lohnenswerte Arbeit. 



Man braucht:


Stoff (1,2 x 0,9 m für ein fertiges, quadratisches Tuch von circa 90 cm)
Spitzenborte (optional, ca 4,2 m)
Füllwatte ( ca 2 Hände voll)
Nähmaschine, Garn, Schere, Nadel, Trickmarker, Lineal, Bügeleisen


Ich sag gleich mal vorweg, dass ich mit anderen Maßen gearbeitet habe, weshalb mein Tuch aber auch am Schluss ziemlich klein geworden ist. Durch die Bommeln kürzt sich nämlich die Länge. beträchtlich. In meinem Fall von 90 cm auf gerade mal 60 cm... Das ist ganz schön knapp zum Binden.
Also lieber nicht wie ich mit einem Quadrat Stoff starten, sondern mit einem Trapez (90-90-120-120). 
Mathematisch sollte etwas weniger als 120 cm Kantenlänge reichen, aber das "Bommelieren" ist eh nicht 100% genau. Nehmt, was ihr kriegen könnt...


Und hier kann man wieder sehen, wie es eigentlich nicht geht... 
Der erste Schritt ist jedenfalls, den Stoff schmal zu säumen. Die Ecken werde nach "innen" umgeklappt  und gebügelt. Aber eben nicht so weit umschlagen, wie ich das hier getan habe, sondern nur bis zu dem Punkt, an dem sich die beiden rohen, umgebügelten Kanten in der Ecke berühren... Meins hat mit ein bisschen Gefummel aber auch geklappt.
Anschließend noch einmal umbügeln und mit geradem Stich einmal ringsherum nähen.


Anschließend entscheiden, ob die Spitzenborte auf der Oberseite liegen oder bloß hervorlugen soll... Ich habe mich für letzteres entschieden.
In nicht all zu großen Abständen anheften (vor allem die Ecken) und anschließend festnähen. Ich habe meinen Blindstichfuß verwendet, weil man beim Nähen mit dem Teil fast die Augen geschlossen halten kann, und trotzdem wird alles ordentlich.




Als nächstes werden die Punkte markiert, an denen die Bommeln platziert werden. Auf meinen 90 cm habe ich 12 Bommeln außen  auf einer Seite in einem 7 cm Abstand platziert... Im Rückblick waren das vielleicht 2 zu viel... Bei 90 cm Länge sollte man besser einen Abstand von 10 cm wählen. 
Für ein quadratisches Tuch kann man sich schnell eine Schablone machen. Was auch nicht ganz richtig von mir war: Auf der anderen Seite habe ich nur die Hälfte an Bommeln an der Außenseite. Am Ende fällt das nicht furchtbar schlimm auf, aber irgendwie hab ich da nicht richtig aufgepasst Mein Kopf hat auch gerade keine Lust mehr, das nach zu vollziehen...
Beim Trapezförmigen Tuch sollte man die Anordnung der Punkte so gestalten (ist dann auch näher am Original). Mein Vorschlag wäre, zu erst die Außenseiten anzuzeichnen und anschließend den Rest aufzufüllen. Natürlich kann man dieses Anordnung (gleich viele Bommel an den Außenseiten) auch für das Quadrat nutzen. Dann sollte aber der Abstand auf 15 cm erweitert werden, damit die versetzte Reihe der ersten nicht zu nah kommt.
Die Markierungen sollten auf der Oberseite des Tuchs mit einem Trickmarker gemacht werden. Dann kann man die Kullern schön mittig platzieren und die Farbe verschwindet hinterher mit Wasserkontakt wieder.


Nun die Füllwatte nehmen und kleine Kullern formen. Die Größe sollte irgendwo zwischen Erbse und Kichererbse liegen... 


Ich habe circa 70 Bommeln gebraucht... Das rollern geht aber ganz fix. Am besten die fertigen Kullern schon mal auf die Markierungen legen, dann sieht man die Größen ganz gut im Vergleich.

Nun werden die Kullern eingenäht:


Die Wattekugeln werden von hinten zur Markierung geführt. Dann einfach mit den Finger einen Knubbel abdrücken. Nadel einmal quer durch stechen, danach die Nadel durch die beiden Fäden führen, damit der Knoten gesichert ist. Den Faden zwei oder dreimal um den Knubbel schlingen, quer durchstechen und einen Rückstich machen, um den Knoten zu sichern.

Da es ziemlich viele Knubbel sind, dauert das schon mal ein bis zwei Episoden Star Wars...

Mit größerem Abstand wird allerdings die Anzahl geringer... Aber mit circa 50 Knubbeln muss man schon rechnen.



Die pinken Markierungen habe ich mit Wasser benetzt und dann sind sie verschwunden. Ich fand es einfacher, die Markierungen außen zu machen. Dadurch sind die Knubbel recht gleichmäßig gelungen.


Natürlich habe ich meinen Schnippi wieder in die Ecke genäht. Das ist der dunkle Fleck im rechten Bild...

 

Die Rückseite ist eigentlich auch ganz dekorativ... Wer also ein bisschen Abwechslung mag, kann das auch mal versuchen...

Kommentare:

  1. Oh tolle Idee und vielen Dank für die Anleitung!!! Du machst so tolle Sachen, da werde ich öfter bei dir vorbeischauen ;-)

    Liebe Grüße, Sylvia

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  2. Wow, Super Idee. Danke für die Anleitung.
    Solche Stoffmanipulationen gefallen mir.
    Gruß Ute

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  3. Wow, was für ein tolles diy! Ich bin begeistert!

    Gglg

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