Nähen lernen: Die gerade Naht

08:00 Marie 4 Comments

So gut wie alles wird mit geraden Nähten gemacht. Es gibt sogar Bücher, die nur Anleitungen mit geraden Nähten enthalten.

Nun also ein paar Hinweise zu geraden Nähten...



Los geht es mit ein paar Einstellungen.




Eine gerade Naht hat nur eine Dimension. Warum also an der Breite rumfummeln? Jedenfalls bei meiner Maschine ändert sich dadurch die Stellung der Nadel. Das kann nützlich sein, wenn man die 5 mm extra braucht.

Nahtzugabe ist übrigens das, was (in meinem Fall) rechts von der Nadel bis zum Stoffrand reicht. Um die möglichst gleichmäßig zu halten, ist es sinnvoll, die Stoffkante immer mit der Nähfußkante auf einer Linie zu halten. Benötigt man eine größere Zugabe wie z. Bsp. bei Säumen, kann man die Stoffkante an der Nähplatte ausrichten. Dort sind Linien eingraviert, die einen bestimmten Abstand zur mittigen Nadel besitzen.


Wenn man nun zum Ende des Stoffes gekommen ist, bringt man die Nadel nach oben (eventuell mit dem Handrad). Dann erst wird der Nähfuß hoch befördert. Macht man das nicht in dieser Reihenfolge, zieht man eventuell den aufgespießten Stoff mit nach oben, wenn man die Nadel entfernen möchte...
Um den Stoff vorzuziehen, muss der Faden locker sein. Dazu ein paar Mal am Handrad vor und zurück drehen und dabei den Stoff wegziehen. Dann kann man ganz einfach die Fäden abschneiden.


Man sieht gut die Unterschiede der Stichlängen
Um den Unterschied zwischen Ober- und Unterseite besser zu zeigen, habe ich mit unterschiedlichen Farben genäht. Gelb war mein Oberfaden und Hellblau kam von unten.
Meistens nähe ich mit einer Länge zwischen 2 und 3. 
Je kleiner die Länge, um so länger dauert es; je größer, desto lockerer die Naht.
Ich hätte gern noch die Unterschiede bei der Oberfadenspannung gezeigt, aber mein Stoff ließ sich so unschön nähen, dass er sich komplett gekräuselt hat. Dadurch hätte ich aber nicht die anderen Nähte zeigen können... Ein anderes Mal vielleicht.



Stecknadeln habe ich ewig falsch verwendet. Es ist kein riesen Problem, aber es verlangsamt alles, wenn man die Nadeln parallel zur Naht ansteckt. Entweder man steckt sie (wie oben links) nicht an die Stelle der zukünftigen Naht, sondern weiter weg von der Stoffkante. Dann bleibt man aber eventuell mit dem Nähfuß hängen oder der Stoff wird nicht ordentlich fixiert, weil der Abstand zu groß ist.
Ich habe früher die Stecknadeln immer genau da hin gesetzt, wo meine Naht hinkommen sollte. Natürlich muss man die Stecknadeln dann entfernen, bevor die Nähnadel kommt. Sonst bricht eine von beiden.
Besser ist es also, die Nadeln im rechten Winkel zur Nahtrichtung anzustecken. Bei normalem Tempo rollt dann in 99,9999% der Fälle die Stecknadel zur Seite, falls die Nähnadel ausgerechnet an der gleichen Stelle in den Stoff möchte. Man muss die Stecknadeln also nicht während des Nähens rauszerren, sondern kann das hinterher in Ruhe machen.




Damit die Naht sich nicht einfach an einem Faden herausziehen lässt, macht man Rückstiche.
Ich habe oben mal den Verlauf der Nadel angedeutet. Eigentlich sollte das jedoch in einer Linie geschehen und nicht in die Breite gezogen werden. 
Man bringt also die Nadel in Position, drückt das Fußpedal runter und betätigt kurz 2-3 Mal die Rückwärtstaste. Der Stoff wird dann kurz in die andere Richtung transportiert. Danach näht man ganz normal weiter. Am Ende wird die Naht mit Rückstich fixiert. Die Naht ist an der Stelle etwas dicker, aber das ist zu verkraften.
Macht man diesen Rückstich nicht, lässt sie die Naht gut auftrennen. Das macht man sich beim Heftstich zu nutze. Dabei wird mit größter Stichlänge, ohne Rückstiche eine meist temporäre Naht gesetzt.


Meistens näht man ja, um zwei Stoffteile aneinander zu nähen. Um hinterher nicht die Nähte zu sehen, legt man die Stoffe mit den guten, äußeren Seiten aufeinander. Dann wird mit Nahtzugabe genäht.


Wenn man den Stoff dann wendet, sieht man von außen keine Stiche. Ich habe auf dem rechten Bild den Stoff so gut es ging auseinander gezogen und festgesteckt, um den Einfluss der Stichlänge auf die Außenansicht zu zeigen. 


Bei Stichlänge 4 ist der Abstand zwischen den Stichen wesentlich größer und kann unter Umständen auch sichtbar sein, wenn man den Stoff nicht gerade auseinanderzieht.

Das war es nun erst mal zur geraden Naht. Habt ihr noch Fragen?

Kommentare:

  1. Das mit den Stecknadeln setzen, habe ich auch immer falsch gemacht. Habe wieder etwas dazu gelernt. Fein.

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    1. Freut mich, dass trotz dieses grundlegenden Themas doch noch etwas Neues dabei war :)
      Liebe Grüße
      Marie

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  2. ich habe die stecknadeln zwar immer richtig gesetzt, allerdings ziehe ich sie immer kurz vor dem nähen wieder raus. also kurz bevor meine nadel an der stecknadel ankommt. ich probiere das nächste mal, sie drinnen zu lassen. danke für den hinweis.

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  3. Auf der Suche nach einer Anleitung zum Herstellen einer geraden Naht (nicht der Stich, eine gerade Kante beim Säumen) hier gelandet. Nicht ganz, was ich suche, dennoch aufschlussreich und gut dargestellt. Danke!

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