Jersey und Chiffon oder: Aus 2 mach 3

18:54 Marie 9 Comments

Vor gut zwei Monaten hatte ich im Sale zwei T-Shirts mitgenommen. Bei dem einen gefiel mir die Farbe total gut, bei dem anderen hat mich der fließende Stoff überzeugt.

Beim Kauf wusste ich noch nicht genau, was ich mit den Teilen anstellen sollte. Ich war mir nur sicher, dass sie irgendwie anders aussehen sollten.

Manchmal zwingt man sich ja dann zu einem  überhasteten Schnitt- äh- Schritt, den man kurz darauf bereut.
So ging es mir jedenfalls bei dem grauen T-shirtkleidchen. Ich wusste schon, dass ich das mintfarbene T-shirt mit dem grauen colourblockmäßig verheiraten wollte, um als Konsequenz ein normales, graues T-shirt zu erhalten.
Nur war das graue Oberteil nicht lang genug. Also musste ich einen Kompromiss machen, den ich mir vielleicht fünf Minuten länger durch den Kopf hätte gehen lassen sollen.
Auf jeden Fall waren schließlich beide Shirts zu kurz und mussten irgendwie verlängert werden.
(Wie schon so oft in meiner Nähkarriere... Eigentlich habe ich nämlich vor 8 Jahren colourblocking erfunden. Wobei das damals noch Ton in Ton war. Also eigentlich nur ziemlich billig verlängert...)
Mit der Verlegenheitslösung bin ich nun aber doch sehr zufrieden.

Das dritte Oberteil ist ein einfaches Tubetop. Dazu aber später noch mal mehr...
Ingesamt sind die drei Teile an einem Nachmittag locker zu bewältigen. Insgesamt kommt man bestimmt mit 2-3 Stunden klar.


Man braucht:

1 langes T-shirt(kleid)
1 passendes T-shirt
farblich passender Chiffon ( ca. 20 cm breit, Länge = Umfang des T-shirtsaums)
Nähmaschine, Jerseynadel, 70er Nadel, Garn, Schere, Stecknadeln, Bügeleisen etc.


Zu erst das lange Shirtkleid zerschneiden.
Ein etwa 20 cm breites Stück Chiffon entlang der kurzen Kante mit einer französischen Naht nähen.
Die Länge des Chiffons sollte dem Umfang des T-Shirts entsprechen plus doppelter Nahtzugabe für die französische Naht.
Dann zur Hälfte falten, bügeln, und entlang der Kanten mit einem Zickzackstich versäubern. Man kann auch noch eine gerade Naht setzen, es ist aber nicht zwingend nötig und man verliert nur Zeit.
Den Chiffonring an des Shirt stecken und mit einer Jerseynadel zusammen nähen. Da der Saum recht weit ist und sich nicht noch breiter stretchen muss bzw (durch den Chiffon) kann, habe ich einfach eine gerade Naht verwendet.
Es ist nicht zwingend notwendig, aber ich habe den Chiffon auf das Shirt links auf links genäht, dann gewendet und die erste Naht eingeschlossen. Also quasi noch eine französische Naht gemacht. Auf dem Bild sind zwei Nähte zu sehen, weil die erste zu nah an der Nahtzugabe war und diese nicht vollständig eingeschlossen hatte. Dadurch lunzten die Chiffon- und Jerseykanten immer mal hervor.
Den Chiffon habe ich doppelt genommen, weil er mir sonst zu transparent gewesen wäre. Möchte man diesen Effekt jedoch erzielen, einfach vor der französischen Naht einen Rollsaum machen.

Auf zum nächsten Teil:
An sich selbst oder an einer Puppe ein gutes Verhältnis abstecken und mit Stecknadeln markieren.
Das T-shirt mit den Seitennähten aufeinander legen, eine Nahtzugabe anzeichnen und schneiden. Ich habe das Rückenteil etwas tiefer geschnitten.
Meine Stoffteile hatten nicht ganz aufeinander gepasst, also habe ich die Breite grob angepasst. Das mintfarbene Shirt war recht eng geschnitten, also war es kein Problem, es ein wenig zu dehnen.
Dann habe ich die Teile einfach auf einander gesteckt und mit schmalem Zickzack und Jerseynadel genäht. (Mehr habe ich wirklich nicht beachtet)
 Wenn man genau hinschaut, sieht man die typischen Lücken einer Zickzacknaht. Mein Shirt spannt aber immer leicht beim Tragen, sodass die Naht fast gerade gestreckt wird.
Da dieses Shirt auch zu kurz geriet, musste ich mir wieder etwas einfallen lassen. Ich hatte passenden Chiffon in exakt der gleichen Farbe Mint, aber das oben gezeigte Oberteil wollte ich nicht noch einmal machen.
Also entschied ich mich für Rüschen. Ich hatte lange überlegt, ob das nicht zu kindisch wäre, mich dann aber entschieden, dass mir das herzlich egal ist.
Das Chiffonteil wird auf gleiche Weise wie oben gemacht, nur das der Umfang 1,3 - 1,7 mal größer sein sollte.
Nach dem Ringschluss und Versäubern mit langen Heftstichen und geringer Oberfadenspannung kräuseln.
Die umgenähten Seiten habe ich aufgetrennt und die Seitenschlitze etwas kürzer genäht.
Dann den gekräuselten Chiffon auf gleichen Umfang wie das T-shirt bringen und feststecken. Anschließend mit der rechten Seite nach oben entlang der Saumnaht mit ähnlicher Farbe und schmalem Zickzack nähen.
Aus dem restlichen Shirt einfach ein Tubetop machen. Dazu will ich aber demnächst noch eine Idee zeigen, die diesen Post hier sprengen würde.
Das Bild kennt ihr ja schon von der Statementkette, die hervorragend zu beiden T-Shirts passt.
So riesen Eintrag. husch husch zu RUMS :)

Kommentare:

  1. Hallo
    Super schöne Ideen die du da umgesetzt hast. Sehr toll. Gefällt mir gut und ist auch gleich in mein Notizzettel gewandert, damit ich es nicht vergesse.
    Liebe Grüße Dana

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  2. Du hast immer so tolle Ideen ... sieht klasse aus !! Liebe Grüße Ines

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  3. seifenblasenbeats29. August 2013 um 22:02

    Mal wieder total überrascht von deiner Ideenvielfalt! Genial. :) Nur bei einer Kombi in schwarz weiß hätte ich dann Angst dass sich das weiß beim Waschen verfärbt. Liebe Grüße! :)

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  4. Hi Marie! Die T-shirts sehen toll aus! Überhaupt nicht kindisch mit der Rüsche!!

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  5. Liebe Marie, ich habe gestern deinen tollen Blog zufällig entdeckt und lese mich so nach und nach durch deine tollen und auch sehr hilfreichen Beiträge. Auf diese Idee wär ich ja wohl gar nicht gekommen, das ist ganz großartig, ich habe ungefähr 10 Shirts im Schrank, die zu kurz, aber zu schön zum Wegwerfen sind - ein ganz liebes Dankeschön an dich!!

    Herzliche Grüße aus Hamburg,
    Katja

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    1. Hallo Katja :)
      Freut mich, wenn dir die Idee und mein Blog gefällt :)
      Liebe Grüße zurück

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  6. Ich traue mich bisher nur an Baumwolle ran und möglichst eher unelastische Stoffe. Auch vor so flutschigem Stoff wie Chiffon habe ich riesigen Respekt. Wie nähst du das, nutzt du dafür bestimmte Stiche/ Einstellungen/ Nähfüsschen? Danke & Viele Grüße Uta

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    1. Bei Jersey und anderen elastischen Stoffen, sollte man mit einer entsprechenden (Ballpoint) Nadel nähen und außerdem wie oben beschrieben mit sehr schmalem Zickzackstich oder einem elastischen geraden Stich nähen, sofern die Nähmaschine diese Einstellung besitzt. Einen besonderen Fuß nutze ich nicht. Man braucht einfach ein bisschen Gefühl und Erfahrung dafür, wie sehr man den Stoff zusätzlich zum Transporteur der Maschine ziehen und durchfüttern kann, ohne dass die Naht sich wellt.
      Chiffon finde ich ehrlich gesagt gar nicht so furchtbar flutschig. Vielleicht ist meine Nähmaschine dafür ganz gut und hat anderweitig ihre Grenzen. Wenn man langsam näht und ordentlich mit Stecknadeln arbeitet, sollte man aber auch mit Chiffon klarkommen. Wichtig ist, dass man den Stoff an den Rändern nicht zu sehr zieht. Für die Abschlüsse nehme ich gern den Rollsaumfuß. Dafür habe ich auch ein extra Tutorial geschrieben.
      Liebe Grüße
      Marie

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