Rock & Bluse in Größe 86 mit wiederverwertetem Kragen
Was freut mich so richtig? Genau, hübscher, billiger Stoff.
Was freut mich noch mehr? Schöner, kostenloser Stoff!
Es lebe die Grabbelkiste!
Als ich diesen süßen Blümchenstoff einpackte, fand ich außerdem noch eine äußerst interessante und ungewöhnliche Mischung aus schlumpfeisblauem, kurzflorigem Plüsch mit Lackbeschichtung in Kroko-Optik oder so. Die Beschreibung klingt vielleicht etwas eigenwillig, aber so sieht dieser Stoff auch aus.
Mein Gedankengang war ähnlich konfus: "Wer kauft denn so was?! Wer stellt denn so was her? Ach, eigentlich ist das SO hässlich, dass es schon wieder cool ist. Irgendwann könnte daraus mal ein Kostüm oder Plüschtier werden…" Und zack, war es auch eingepackt…
Zurück zum hübschen Stoff, der das heutige Ensemble hergab. Aus gerade mal 35 cm (und voller Stoffbreite von 145 cm) konnte ich zwei Kleidungsstücke für meine kleine Nichte nähen. Der Kragen ist übrigens von einer alten Damenbluse abgetrennt und wiederverwendet worden.
Bevor ich gleich die Anleitung teile, die sich hauptsächlich mit dem Kürzen des Kragens auf Kindergröße befasst, noch eine kurze Anekdote zur eigenen Blödheit vom Wochenende.
Am Samstag war ich mit Freundinnen auf einem Mädchenflohmarkt, kaufen und verkaufen. Dazu wollte ich mal Cupcakes backen, weil wenn schon hipster-esque auf dem Flohmarkt, dann ruhig ein bisschen mehr.
Nachdem ich also nach dem Duschen gemütlich im Schlafanzug abends mit Backen beginnen wollte, fiel mir mein Mangel an Kakaopulver auf.
21:45 Uhr.
Kurz hin und her überlegt, und dann ganz schnell doch noch mal angezogen, halbwegs vorzeigbar hergerichtet und auf's Fahrrad geschwungen. Geschwind auf meinem treuen "Amy Farrah Fahrrad" zur Rewe geflogen und den Mangel behoben...
Als die Cupcake-Unterteile dann im Ofen waren, machte ich mich an die Karamellcreme (weil Karamell = super geil und so).
Um vor dem Verrühren mit Creme Fraiche auf Güte und Erstklassigkeit des Karamells zu testen, wollte ich also kosten. Am Ende wäre mir vielleicht was angebrannt, das Karamell somit bitter und alles für die Tonne. Das konnte und wollte ich mir nicht leisten.
Haben alle noch die vorgerückte Uhrzeit im Hinterkopf? Nuja. Auf dem Löffel ist das Karamell sofort erstarrt und am warmen, glasartigen Zuckerklumpen wollte ich nicht lutschen und konnte auch sowieso nichts schmecken.
Da kam mir die glorreiche Idee, mit dem Löffel, etwas Karamell auf meinen Finger zu tröpfeln und von da zu kosten. Meine Hände sind zwar fast immer eisekalt, aber vielleicht doch wärmer als das Löffelmetall.
Warum ich nicht im Kopf hatte, dass der Spaß trotzdem noch verdammt heiß war, weiß ich nicht.
Als ich es dann auf dem Finger hatte und sich das Karamell schön einbrannte, fiel es mir jedenfalls wieder ein. Irgendwie musste das sofort runter, aber ich wollte ja noch kosten… Zum Glück habe ich mir nicht auch noch die Zunge verbrannt…
Zumindest war das Karamell nicht bitter.
Die Brandblase ist aber leider gar nicht geil. Auf dem aller besten Platz des linken Zeigefingers. Was beim Tippen gerade gar keinen Spaß macht.
Ich weiß, dass man die Blase nicht aufstechen soll, aber hat vielleicht jemand noch einen Tipp? Ich dachte, ich hätte den mega Durchbruch erlangt, als ich nach sauren Umschlägen am nächsten Früh NICHTS mehr von der Blase gesehen hatte. Ich war so verwirrt, dass ich schon alle anderen Finger auf Blasen überprüfte. Schließlich verschwinden die doch nicht so einfach über Nacht…
Im Laufe des Tages kam die Blase aber wieder. Und gestern Früh das gleiche Spiel… Hat jemand eine Erklärung, die nicht mit meinen halbmagischen Fähigkeiten zusammenhängt?
Auch wenn sie nicht weh tut, nervt die Blase. Wer also Tips hat, raus damit. bitte.
Nu weiter im Programm.
Die Kragenverkürzung benötigt einiges an Bügeln, anstecken und vorher natürlich auftrennen. Insgesamt sind beide Teile in etwa anderthalb Stunden fertig. Der Rock ist in 30 Minuten locker schaffbar.











